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Der perfekte Betrug

Der perfekte Betrug



Ich öffne meine Augen, es ist Morgen. Ich liege im Bett und will nicht aufstehen, doch mein Gewissen sagt mir, dass ich muss.

Duschen, anziehen, frühstücken.

Wie jeden Morgen.

Ich halte mich daran fest.

Wollte ich aufstehen?

Ich horche in mich. Nichts.

Ich verschwende keinen Gedanken mehr daran, gehe zur Tagesordnung über.


So ist seit dem ich ihn kennengelernt habe und er nicht mehr hier ist. Er hat mich, fürchte ich eine Sekunde lang.

Und ich weiß das ich ihn noch immer liebe.

Nein.

Eine Welle des Schmerzes durchzuckt mich.

Reflexartig nimmt sich mein Unterbewusstsein eine Kiste, verstaut den Schmerz darin und geht zur Tagesordnung über.

Eine Kollegin erzählt mir einen guten Witz, mein Mund verzieht sich, ich lache, doch meine Augen lachen nicht.

Ich denke an einen Ort, eine grüne Wiese, sein Bild blitzt in meinen Gedanken auf.

Mein Unterbewusstsein hat schon eine Kiste parat, verstaut den Schmerz und alles ist wieder gut. Nach so langer Zeit hat es schon Übung darin.


In der Pause esse ich einen Schokoriegel. Schokolade macht glücklich, sagt man doch.

Ich bin nicht dick, es macht mir nichts, noch ein Schokoriegel, ich fühle mich etwas besser.

Hilft doch.

Ich gehe nach Hause, im Park auf einer Bank sitzt ein Paar, eng umschlungen.Eifersucht!

Kiste auf..... Kiste zu.....

Es ist doch schon so lange her, denke ich bei mir. Jeder andere ist auch schon gegangen. Einsamkeit.....

Kiste auf..... Kiste zu.....

Am nächsten Tag verpasse ich meinen Zug. Ich ärgere mich!!

Kiste auf...... Kiste zu. …..

Ich habe keinen Hunger. Habe ich heute überhaupt schon was gegessen?Der Schokoriegel hilft.


Ich telefoniere mit einer Freundin, glaube mich zu freuen sie morgen zu sehen.

Abends ein Anruf. Freude.

Einer meiner besten Freunde hat sich umgebracht. Ich schluchze, kann kaum an mich halten.Trauer.

Kiste auf..... Kiste zu.....

Der Schmerz verebbt so jäh wie er gekommen ist.

Tränen rinnen weiterhin bedeutungslos meine Wangen herunter.


Mitte des Monats wird das Geld knapp, zu viele Rechnungen auf einmal, ich weiß nicht, wie ich das alles bezahlen soll.Verzweiflung...

Kiste auf...... Kiste zu........


Es ist mir egal.


Ich schaue meine Lieblingssendung, lache, auch meine Augen lachen noch etwas.


Morgens auf dem Weg zur Arbeit, überfahre ich eine Katze.

Kiste auf........ Kiste zu. …..

Nicht eine Träne kommt aus meinen Augen.


Am Mittag esse ich einen Schokoriegel,


er schmeckt nach nichts,


ich werfe ihn weg.


© Sarah G

20.10.14 00:27

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